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DEPO Deutschland postkolonial erinnern und versöhnen e.V. ist ein unabhängiges Forum von Einzelpersonen und Gruppen aus Deutschland und den Ländern der ehemaligen Kolonien, die sich für eine nachhaltige Erinnerungs- und Versöhnungspolitik einsetzt. Wir möchten ein Netzwerk aufbauen und eine Schnittstelle bieten zwischen Wissenschaft, Politik und AktivistInnen. Wir freuen uns über Unterstützung und aktive Mitarbeit. Auf dieser Homepage versuchen wir einen Überblick zu geben über aktuelle, geplante und vergangene Aktivitäten. Wir freuen uns daher über die Zusendung von entsprechenden Hinweisen.

Der Begriff postkolonial

versteht sich nicht als eine bloße Epochenbezeichnung, das heißt ab der staatlichen Unabhängigkeit der ehemals kolonisierten Staaten. Postkolonial beschreibt vielmehr Situationen und Strukturen, die durch eine koloniale Ordnung geschaffen wurden und seither fortbestehen. Damit bezieht sich der Begriff sowohl auf die ehemals kolonisierten Staaten und Bevölkerungen, wie auch auf die ehemals kolonisierenden Gesellschaften und auf eine globale Machtsituation.

1) Die dekolonisierten Länder traten ihre politische Unabhängigkeit mit einem kolonialen Erbe an. Formen der sozialen Ungleichheit, interne Konflikte und geringes weltpolitisches und –wirtschaftliches Gewicht sind Aspekte von Strukturen, die sich in der kolonialen Phase herausbildeten und heute weiterwirken.

2) Die Ausübung von kolonialer Herrschaft prägte die kolonisierende Gesellschaft ebenso massiv wie die kolonisierte Gesellschaft. Denken, Handeln und Wahrnehmungen entspringen oft einem kolonialen Diskurs, der einen Teil der Weltbevölkerung als die qualitativ „Anderen“ definierte und weiterhin definiert. Postkolonialismus als beschreibender Begriff ist daher nicht beschränkt auf die vormals kolonisierten Staaten, sondern umfaßt auch die vormals kolonisierende Welt.

3) Der Kolonialismus war ein globales Phänomen. Dementsprechend sind auch postkoloniale Verflechtungen nicht nur binational zu verstehen, also zum Beispiel in einem deutsch-namibischen oder einem französisch-algerischen Zusammenhang, sondern transnational und vor allem auch transkulturell: Binäre Zuschreibungen von Abendland und Morgenland, Erster und Dritter Welt, dem ‚Westen und dem Rest‘ prägen die Wahrnehmung einer postkolonialen Weltordnung


by Sonja Langner last modified 2007-10-04 20:03